Gleich zwei sozialdemokratische Spitzenpolitiker waren am Sonntag zu Gast im Kreis Unna – Hannelore Kraft in Lünen sowie Martin Schulz in Kamen. Zu ihrem Frühlingsempfang begrüßte die Lüner SPD um den NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer (MdL) und den Stadtverbandsvorsitzenden Michael Thews (MdB) am Mittag NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Marmorsaal der Catering-Firma Stolzenhoff in Lünen-Brambauer. Gekommen waren knapp 300 weitere Gäste aus Lünen und Umgebung – Vertreter aus Wirtschaft, sozialen Institutionen, der SPD und allen Lüner Ratsfraktionen.

Mit einer mitreißenden Rede zur aktuellen politischen Situation in Nordrhein-Westfalen stimmten Schmeltzer und Kraft in ihren Reden die Anwesenden auf den anstehenden Landtagswahlkampf ein. Und sie erhielten große Zustimmung im Saal. „Wir können Veränderung. Wir können Wandel. Bei uns fällt niemand ins bergfreie“, so Kraft. Damit erinnerte sie nicht nur an die ehemals 680.000 Beschäftigten im Bergbau und dem baldigen Ende der Schwarzkohle, sondern stellte auch den entscheidenden Unterschied des Ruhrgebiets zum sogenannten „Rust Belt“ in den USA heraus. Hier sei man auf einem guten Weg durch jahrzehntelangem Strukturwandel, auch wenn noch einiges zu leisten sei. Die krisengeschüttelte Industrieregion im Nordosten der USA hatte im November die Präsidentenwahl zugunsten Donald Trumps entschieden.

Große Herausforderungen stehen uns in den kommenden Jahren besonders durch die Digitalisierung der Arbeitswelt bevor. Diesen Wandel gerecht zu gestalten, sei die Aufgabe der SPD in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und den Arbeitgebern, stellte Kraft heraus. Schmeltzer untermauerte den Erfolg des sozialen Arbeitsmarktes zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, eine gemeinsame Idee des Lüner MdL und Kraft aus der Oppositionszeit – Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren.

Michael Haustein, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Lüner Rat, lobte die rot-grüne Landesregierung für die finanzielle Entlastung der Kommunen. Nur noch neun Kommunen, von ehemals 138, befinden sich in einem Nothaushalt. Kraft kündigte indes weitere Investitionen an: u.a. bei der Polizei, beim sozialen Wohnungsbau, beim Ausbau des schnelles Internets, bei der Verkehrsinfratruktur, bei der Lehrerbesoldung, für die gebührenfreie Kita und bei der Schulsozialarbeit. Letzteres sei Aufgabe des Bundes, betonte sie.

Martin Schulz wird in Kamen gefeiert

Nur wenige Minuten zuvor, 14 Kilometer weiter in der Kamener Stadthalle, empfingen rund 1000 Genossinnen und Genossen sowie Interessierte aus ganz NRW den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Auch hier waren Rainer Schmeltzer und Hannelore Kraft mit von der Partie.

Der Schulzzug rollte um 11.15 Uhr im Kreis Unna ein. Der Saal war rappelvoll auch mit vielen jungen Gesichtern, frisch in die Partei eingetreten.  Die Halle stand Kopf, „Martin“-Rufe ertönten. Schulz‘ Thema der sozialen Gerechtigkeit schien auch in Kamen einen Nerv zu treffen. Faire Bezahlung, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gute Ausbildung unabhängig von Herkunft und Einkommen der Eltern, Deutschland als Teil ein weltoffenen und vereinten Europas, eine klare Haltung gegen Rechtspopulisten, Steuergerechtigkeit zwischen dem „einfachen“ Bäcker an der Ecke und dem milliardenschweren Kaffeekonzern (usw.): das sind Themen, die die Menschen in Kamen bewegten. Das sind Themen von Schulz.