Für soziales und Kulturelles Engagement
Heinrich-Bußmann-PreisEin Preis für ausgezeichnetes gesellschaftliches, kulturelles und soziales Engagement in Lünen
Die SPD Lünen fühlt sich seinem langjährigen Mitglied, dem ehemaligen Vorsitzenden der SPD-Stadtverordnetenfraktion und dem Stadtverordnetenvorsteher Lünens zur Zeit der Weimarer Republik, Heinrich Bußmann, in besonderem Maße verpflichtet und hat daher am 2. November 1992 den Heinrich-Bußmann-Preis gestiftet und dotiert. Erstmalig wurde der Heinrich-Bußmann-Preis im Januar 1994 verliehen.
Heinrich Bußmann wurde am 06.01.1896 in Lünen geboren. Mit 18 Jahren trat er in die SPD ein und wurde 1923 in den Rat der Stadt Lünen gewählt. Als überzeugtes Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands stellte er sich gegen die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten, besonders in seiner Zeit zunächst als stellvertretender, ab November 1927 – 1929 dann als Stadtverordnetenvorsteher (heute Bürgermeister). Von 1930 – 1932 wird Heinrich Bußmann für den Wahlkreis Lünen zum Abgeordneten im Provinzlandtag Westfalen gewählt.
Daraufhin wurde Heinrich Bußmann in die Konzentrationslager Buchenwald und Ravensbrück deportiert. Schließlich kam er in das KZ Dachau, wo er mißhandelt, gefoltert und am 18.08.1942 erschlagen wurde.
Mit dem Heinrich-Bußmann-Preis werden seit mehr als 30 Jahren im Zwei-Jahres-Rhythmus Persönlichkeiten ausgezeichnet, die durch Aktivitäten in gesellschaftlichen, sozialen oder kulturellen Bereichen ein hohes Maß an Engagement, Zivilcourage und Toleranz bewiesen haben.
1994: Ulrich Scholz und Förderkreis Jacqueline-Nepembe
Der Preis ging an Ulrich Scholz sowie an den Förderkreis Jacqueline-Nepembe. Der Förderkreis wurde im Januar 1991 gegründet, um der Namibierin Jacqueline Nepembe durch ein monatliches Stipendium den Abschluss ihrer schulischen Ausbildung in Deutschland zu ermöglichen. Nach der Rückkehr ihrer Familie in das unabhängige Namibia wechselte Jacqueline von einem Bochumer Gymnasium an die Geschwister-Scholl-Gesamtschule, um dort ihr Abitur abzulegen. Insgesamt engagierten sich 39 Einzelpersonen sowie ein Oberstufenkurs in diesem Förderkreis.
1996: Erich Hertzler
Ausgezeichnet wurde Erich Hertzler für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich. Er war maßgeblich am Wiederaufbau der Gewerkschaftsbewegung in Lünen beteiligt, leitete viele Jahre ehrenamtlich die IG-Metall-Nebenstelle Lünen und war über 15 Jahre ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht. Darüber hinaus unterstützte er als Versicherungsältester der BfA zahlreiche Bürgerinnen und Bürger bei Fragen zur Rentenversicherung.
1998: Stein-Gymnasium und Käthe-Kollwitz-Gesamtschule
Der Preis wurde an das Stein-Gymnasium Lünen und die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Lünen verliehen. Gewürdigt wurden die schulischen Projekte „Gegen das Totschweigen“ sowie „all different – all equal, Schule ohne Rassismus“.
2000: Dr. Wingolf Lehnemann
Preisträger war Dr. Wingolf Lehnemann, der seit vielen Jahren ehrenamtlicher Leiter des Lüner Museums war. Durch seine vielfältigen Aktivitäten in Lünen und für Lünen leistete er einen außergewöhnlichen Beitrag dazu, dass sich Lüner Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt identifizieren konnten.
2002: Frau Nottenkemper
Ausgezeichnet wurde Frau Nottenkemper. Sie engagiert sich seit mehr als zehn Jahren ehrenamtlich für Geldspendensammlungen zugunsten des Partnerbistums Bathery in Indien sowie für Hilfstransporte in die Partnerstädte Panevezys in Litauen und Cammin in Polen.
2004: Franz Meessen
Der Preis ging an Franz Meessen. Gewürdigt wurde sein engagierter und unermüdlicher Einsatz, durch den die evangelische Stadtkirche St. Georg aus Spendenmitteln in ihrer Bausubstanz erhalten und restauriert werden konnte. Franz Meessen ist Mitbegründer und erster Vorsitzender des Fördervereins „Rettet die Stadtkirche“.
2006: Heinz Cymontkowski
Ausgezeichnet wurde Heinz Cymontkowski. Die Würdigung galt seinem Engagement, das sich in Werken und Ausstellungen ausdrückte, mit denen er sowohl auf die Verbrechen im Dritten Reich als auch auf gegenwärtige gesellschaftliche Missstände aufmerksam machte.
2008: Roswitha Limbrock und Kinderhospizverein
Preisträgerin war Roswitha Limbrock gemeinsam mit dem Kinderhospizverein. Ihr beispielhaftes Engagement in der ambulanten Kinderhospizarbeit trug wesentlich dazu bei, viele Bürgerinnen und Bürger in Lünen für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.
2010: Dr. Samir Kazkaz
Der Preis wurde an Dr. Samir Kazkaz verliehen. Gewürdigt wurde sein beispielhaftes Engagement im Gaza-Streifen, wo er jährlich während seines Urlaubs zwei bis drei Wochen lang Kriegsopfer operiert. Neben diesem hohen Maß an Zivilcourage würdigte die Heinrich-Bußmann-Jury auch sein langjähriges Engagement im ehemaligen Ausländerbeirat der Stadt Lünen, den er viele Jahre als Vorsitzender leitete.
2012: Jürgen Ortlepp
Preisträger war Jürgen Ortlepp. Die Würdigung erfolgte insbesondere für sein beispielhaftes Engagement als ehemaliger Schulleiter der Heinrich-Bußmann-Schule, das weit über das normale Maß hinausging. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Schule zu einer Vorzeigeeinrichtung, die weit über die Stadtgrenzen Lünens hinaus bekannt wurde. Auch nach seiner Pensionierung engagiert sich Jürgen Ortlepp weiterhin als Vorsitzender des Fördervereins der Heinrich-Bußmann-Schule sowie als Mitglied des Kuratoriums der Heinrich-Bußmann-Bildungs-Stiftung.
2014: Ulrike Klink und Verein "Dach über dem Kopf"
Ausgezeichnet wurden Ulrich Klink sowie der Verein Dach über dem Kopf. Gewürdigt wurde das beispielhafte Engagement von Ulrich Klink und den weiteren Vereinsmitgliedern. Durch ihre wichtige, langjährige ehrenamtliche Arbeit gelang es, die Bürgerinnen und Bürger in Lünen stärker für die Probleme obdachloser Menschen zu sensibilisieren.
2016: Dr. Ulrich Weber und LIGA Lünen
Der Preis ging an Dr. Ulrich Weber sowie an die LIGA Lünen. Mit der Auszeichnung wurde das beispielhafte Engagement von Dr. Ulrich Weber als Gesamtkoordinator der LIGA gewürdigt. Durch die engagierte, langjährige und ehrenamtliche Arbeit der LIGA ist es gelungen, die Bürgerinnen und Bürger in Lünen für die Themen der globalen Armut zu sensibilisieren.
2018: Arbeitskreis Flüchtlinge Lünen
Ausgezeichnet wurde der Arbeitskreis Flüchtlinge in Lünen. Gewürdigt wurde das außerordentliche Engagement der Mitglieder, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzen. Diese Arbeit wurde insbesondere nach der Flüchtlingskrise nochmals intensiviert. Durch vielfältige Aktivitäten gelang es, Vorurteile, Ängste und Unsicherheiten gegenüber Flüchtlingen und Fremden in Lünen abzubauen. Der Treffpunkt Neuland, der von Ehrenamtlichen und Flüchtlingen gemeinsam betrieben wird, trägt ebenfalls dazu bei, Berührungsängste zu reduzieren und für die Nöte der Flüchtlinge zu sensibilisieren. Der Arbeitskreis leistet damit einen nachhaltigen Beitrag dazu, dass Flüchtlinge in Lünen „ankommen“ können.
2020: Do Dog e.V. und Dr. Barbara Seibert
Der Preis wurde an Do Dog e.V. verliehen. Mit der Auszeichnung wurde insbesondere das Engagement von Dr. Barbara Seibert gewürdigt, die den Verein im Jahr 2009 gründete. Do Dog e. V. kümmert sich ehrenamtlich um Tiere wohnungsloser Menschen. Durch regelmäßige ambulante Sprechstunden in einem Treffpunkt der Dortmunder Jugendhilfe wird eine kostenlose Grundversorgung der Tiere angeboten. Für viele wohnungslose Menschen stellen ihre Tiere den einzigen verlässlichen Sozialpartner dar. Hilfe für die Tiere bedeutet somit gleichzeitig auch Hilfe für die wohnungslosen Menschen.
2022: Arbeitskreis Lüner Stolpersteine
Ausgezeichnet wurde der AK Lüner Stolpersteine. Mit dem Preis wurde das Engagement des Arbeitskreises gewürdigt, der vor sieben Jahren gegründet wurde. Seitdem setzen sich die ehrenamtlich arbeitenden Bürgerinnen und Bürger dafür ein, dass Menschen, die dem nationalsozialistischen Regime zum Opfer fielen, nicht vergessen werden und die Erinnerung an sie dauerhaft lebendig bleibt. Die Stolpersteine sind eine Initiative des Berliner Künstlers Gunter Demnig, der 1995 mit dieser Aktion begann. In Lünen wurden bislang 53 Stolpersteine verlegt, europaweit sind es mehr als 90.000 Steine in 28 Ländern. Damit stellen sie das weltweit größte dezentrale Mahnmal dar.
2024: Knut Thamm-Bürger
Der Preis ging an Knut Thamm-Bürger. Knut Thamm-Bürger engagiert sich seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Bereichen der Lüner Stadtgesellschaft. Seit mehr als 50 Jahren dokumentiert er besondere Ereignisse in Lünen mit der Kamera. Er ist Mitbegründer des Lüner Filmclubs und war über viele Jahre ehrenamtlich im Vorstand des Jazz-Clubs Lünen tätig. Zudem begleitete er die Arbeiten an der Stadtkirche St. Georg über lange Zeit filmisch. In vielen weiteren Bereichen war und ist er als „Stadtfilmer“ aktiv, unter anderem organisierte er Rahmenveranstaltungen für Seniorinnen und Senioren im Zusammenhang mit dem Kinofest und begleitete das Festival selbst über viele Jahre hinweg.
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